Historisches

In Deutschland gibt es verschiedene Familien, welche den Familiennamen “von der Lippe” tragen. Die bekanntesten Linien sind die “Turnierkragen”-Linie und die Linie mit der lippischen Rose im Wappen.

Auf dieser Webseite werden einige Informationen zur sogenannten “Turnierkragen”- Linie vorgestellt. Die Bezeichnung “Turnierkragen”-Linie ist dem Familienwappen entliehen, welches zwei schwarze Turnierkragen auf silbernem Grund darstellt. Im Mittelalter war es zuweilen üblich einen Turnierkragen zu verwenden, um eine neue Linie anzuzeigen, zum Beispiel bei einem Sohn.

Diese Familie gehört zu den ältesten Familien Deutschlands. Die Ursprünge lassen sich aufgrund von Urkunden bis in das 12. Jahrhundert zurückverfolgen. Eine weiter zurückliegende Forschung ist schwierig, da es damals nicht üblich war viel schriftlich niederzulegen. Zudem war das die Zeit in der sich die ersten Familiennamen bildeten. Ein Großteil des Materials ist auch im Laufe der Jahrhunderte verschollen, bzw. dem zweiten Weltkrieg zum Opfer gefallen.

Ein Grossteil der geschichtlichen Informationen auf dieser Seite stammt aus folgendem Buch aus den zwanziger Jahren (des 20. Jahrhunderts):

"Die Herren und Freiherren von der Lippe
Urkundliche Familiengeschichte
bearbeitet von
Victor von der Lippe
unter Mitwirkung von
Dr. Friedrich Philippi”

Der Begründer der Turnierkragen-Linie war Henricus de Lippia (1180-1196). Einige Theorien gehen davon aus, dass Henricus de Lippia identisch mit "Heinrich, Graf von Paderborn (1194-1227)" war. Nach einer anderen Theorie ist er der Sohn von Bernhardus de Lippia (1123-1158). Es kann angenommen werden, dass die damaligen Personen die gemeinsamen Vorfahren sowohl der Turnierkragen-Linie als auch der Linie mit der lippischen Rose sind.

Eine weitere Person, die sich mit der Familiengeschichte befasst hat, ist Baron Boris von Lüdinghausen. Die von ihm zusammengetragenen Informationen liegen allerdings nicht in derart gut dokumentierter und strukturierter Form vor.

Ein paar grundlegende Informationen über die damalige Geschichte kann unter http://www.genealogy.net/gene/gene/reg/NRHE-WFA/lippe_edelh-d.html eingesehen werden. Oder in Englisch: http://www.genealogy.net/gene/reg/NRHE-WFA/lippe_chrono.html. Allerdings ist nur die Frühgeschichte für die Turnierkragen-Linie relevant, da das meiste Material sich auf die Linie mit der lippischen Rose konzentriert.

Wie einfach zu erkennen ist, wird die Geschichte nicht einfacher dadurch, dass die Namen nicht eindeutig ist, da es sowohl verschiedne Henricus/Hermann gibt als auch dass (je nach Quelle) für eine Person verschiedene Namen verwendet werden.

Einer der Hauptsitze der damaligen Zeit war die Burg Blomberg. Diese dient heute als Hotel und Restaurant. Ein paar Bilder sind verfügbar unter http://www.burghotel-blomberg.de oder http://www.hogabe.de .

Im Laufe der Jahrhundete blieb der Hauptschaffenskreis der Turnierkragen-Linie das Lippische Land in der Nähe der Städte Horn-Bad-Meinberg, Blomberg, Lippstadt, Detmold und Paderborn. Ab dem 14. Jahrhundert konzentrierten sich die Aktivitäten auf den Raum um Vinsebeck. Erst in den letzten zwei bis drei Jahrhunderten kam es durch Auswanderungen zu einer leicht grösseren Verteilung.

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Im Lauf der Geschichte des letzten Jahrtausends gibt es vielfältige Ereignisse und Vorgänge, welche die Familiengeschichte geprägt haben, sei es die Bekämpfung des Raubrittertums im Gebiet des heutigen Stift Quernheim oder die Aktivitäten des Brigadier Phillippe von der Lippe im dreissigjährigen Krieg.

In der Gegenwart hat die Familie keine grosse Bedeutung mehr. Einzelne Linien sind ausgestorben (z. B. die Linie Lippe-Detmold). Die einstigen Familienschlösser sind nun im Staatsbesitz und die ehemaligen Adelsprivilegien sind seit der “Abschaffung” des Adels mit seinen Privilegien im Jahre 1918 schon lange dahingegangen.

Allerdings zeugen an vielen Stellen in der Umgebung Hinweise auf das reichhaltige Schaffen der Familie. Im Paderborner Dom befinden sich in einem Seitengang (in der Nähe des Drei-Hasen-Fensters) mehrere Grabplatten mit Informationen zur Familie und deren Vergangenheit.

Ein weiteres Schmuckstück ist das Wasserschloss Vinsebeck, welches zentral im gleichnamigen Ort liegt.An der Front befinden sich zwei grossflächige Wappen, das Turnierkragen-Wappen und das Wappen derer “von Schorlemmer”. Die Geschicke der Vinsebecker Nebenlinie und der Edelherren “von Schorlemmer” waren lange Zeit eng miteinander  verflochten.