Archiv für Familienforschung - Die Zeitschrift für Familienforscher

Diese Zeitschrift war vorher auch bekannt als “Archiv für Sippenforschung und alle verwandten Gebiete mit Praktischer Forschungshilfe”.

In der Ausgabe 7. Jahrgang Heft 1 / 2003 findet sich ein Artikel von Antonius Pott namens “Das älteste Grabdenkmal in der Pfarrkirche zu Vinsebeck. Die Publizierung des Textes geschieht mit freundlicher Genehmigung des Autors.

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Das Grabmal der Maria von der Lippe (1586)

Das älteste Grabdenkmal in der Pfarrkirche zu Vinsebeck, Stadt Steinheim/Westfalen

Im nördlichen Seitenflügel der Pfarrkirche zu Vinsebeck steht das älteste Grabmal der Familie von der Lippe aus dem Jahre 1586. Die Sandsteingrabplatte der Maria von der Lippe weist teilweise leichte bis starke Beschädigungen auf. Maria von der Lippe ist kniend auf einem Kissen, zum Kreiz betend, dargestellt. Die spanische adelige Halskrause, der Kettenschmuck und ihr geflochtenes Haarband sind noch gut zu erkennen und erhalten geblieben. Ebenso sind auch Fragmente der Grundsandsteinplatte und der Wappen erhalten. Teilweise ist die linke und rechte Ornamentierung des Epitaphs erhalten, insbesondere unterhalb des Kreuzes. Oberhalb des Grabdenkmals sind die vier Hauptahnenwappen der Maria von der Lippe angebracht. Es sind die Vollwappen dargestellt: Der Schild mit Schildfigur, Helm, Helmdecken, Helmzier und Kleinode.

Auf der rechten Seite (vom Betrachter ausgehend links) die Wappen:

Wappen 1 (von der Lippe): in silbernem Schild zwei schwarze Turnierkragen (5:4) mit fünf und vier Lätzen, Spangenhelm mit silbrig-schwarzen Decken im offenen Flug sich wiederholend. Es handelt sich um das Wappen des Vaters.

Wappen 2 (von der Malsburg): Schild gold-blau geteilt, oben ein rot-gold gekröntesr Löwe, unten (2:1) drei Rosenblüten, Helmzier: über einer goldenen Krone zwei ausgestreckte Arme, dazwischen ein silberner Stierkopf mit goldener Krone und roten Stierhörnern. Es handelt sich um das Wappen der Mutter aus der hessischen Familie von der Malsburg.

Wappen 3 (beschädigt)(von Exter oder Exterde-Herberhausen): im silbernen Schild sechs und ein halber Wecken schräg gesteller, Helmzier: über rot-silbernem Wulst ein offener Flug, dazwischen die Schildfigur phalweise angebracht (dieses Wappen ist stark beschädigt, nur der Spangenhelm und die Schildform sind noch zu erkennen). Es handelt sich um das Wappen der Großmutter mütterlicherseits.

Wappen 4 (von Wintzingerode): im silbernem Schild ein schwarzer Metallstab, zweifach gebogen, dargestellt, zwischen offenem Flug sich wiederholend. Es handelt sich um das Wappen der Großmutter väterlicherseits, hier “von Winscherot”.

Die 8er Ahnenwappen hätten zuzätzlich die Wappen der Familien von Haxthauses, von Holthusen, von Donop und von Gladebeck gebracht.

Die von der Lippe waren ursprünglich in den Bistümern Minden, Münster, Hildesheim und Paderborn, in den Grafschaften Schaumburg, Schwalenberg, in Lippe und Corvey seit dem 12. Jahrhundert verbreitet, traten zu Paderborn in Ministerialenverhältnisse und hatten ihre Besitze später in Vinsebeck, Wintrup, Sandebeck und Ottenhausen. Dort gründeten sie auch Nebenlinien, wovon nur noch die Linie zu Wintrup in Deutschland fortbesteht. Die Vinsebecker Kirche diente der älteren und Jüngeren Linie der Familien von der Lippe als Erbbegräbnis. Die Wintruper Linie wurde in Sandebeck beigesetzt. Als die Kirche dort um 1850 abgebaut und durch einen Neubau ersetzt wurde, bewahrte man keines der alten Grabdenkmäler, und so ist nichts von der Begräbnisstätte der Familie von der Lippe zu Wintrup erhalten geblieben.

Maria war eine Tochter des Reineke von der Lippe und der Osterheldis von der Malsburg. Ihre drei Brüder begründeten die drei Linien von der Lippe: Reineke von der Lippe verheiratete mit Anna von Oeynhausen zu Grevenburg die ältere Linie; Bern von der Lippe, verheiratete mit Elisabeth von Reden a.d.H. Pattensen (Hannover), die jüngere Linie zu Vinsebeck; Erich von der Lippe, verheiratet mit Katharina von Kanne zu Lügde (Breitenhaupt), die Linie zu Wintrup.

Quellen, Literaturnachweise:

P.Michels: Ahnentafel Paderborner Domherren, Paderborn 1966
Genealogisches Handbuch des Adels, Freiherrliche Häuser A, Band II, Glücksburg 1956
Victor Freiherr von der Lippe: Die Herren und Freiherren von der Lippe, Urkunden und Personalregesten, Band 1 und 2, Görlitz 1921.

Ein interessanter Artikel ist auch enthalten in der Ausgabe 87/88 des 48. Jahrgangs aus dem Dezember 1982 der Zeitschrift “Archiv für Sippenforschung und alle verwandten Gebiete mit Praktischer Forschungshilfe”.

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Der besagte Artikel hat den Titel “Gelegenheitsfunde aus den ältesten Kirchenbüchern der rk. Gemeinde Vinsebeck (heute 3282 Steinheim-Vinsebeck) mit Bergheim/Westf. (heute: 3282 Steinheim-Bergheim)” und wurde eingesandt von Herbert M. Schleicher, Wallstraße 96, 5000 Köln 80.

Der Artikel enthält verschiedene Einträge aus den obigen Kirchenbüchern. Leider ist nicht erkennbar wir vollständig die Einträge sind und zu den Einträgen ist auch nicht erkennbar aus welchem Jahr oder Kirchbuch sie stammen. Wie an folgendem Beispiel erkennbar ist, ist auch nicht immer klar, was nun ein Kommentar ist und was wörtlich im Kirchenbuch stand.

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